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Beiträge in deutschen Medien

September 16, 2016

Hier zeige ich die Links zu Beiträgen, die in unseren Zeitungen, Online-Zeitungen, im Fernsehen erschienen sind. Aus rechtlichen Gründen darf ich sie nicht abdrucken, was ich als Autor verstehe. Ich ärgere mich selbst sehr, wenn Texte von mir ohne meine Erlaubnis abgedruckt werden, ohne dass ich davon einen Euro sehe. Deshalb kommentiere ich diese Beiträge nur und versuche aufzuzeigen, warum ich die Berichterstattung hier - meistens - kritisiere.

 

 

Tagesschau.de vom 20.06.2016 / Jan Christoph Kitzler

https://www.tagesschau.de/ausland/fuenf-sterne-italien-101.html

 

"Wofür sie konkret stehen, bleibt aber oft diffus."

 

Diese Aussage lese ich immer wieder. Sie ärgert mich. Das ist kein sauberer, also objektiver Journalismus. Wer als Journalist hochwertige Arbeit abliefern will, muss meiner Meinung nach, sauber zwischen Bericht und Kommentar trennen. Ist dieser Artikel ein Bericht oder ein Kommentar? Als Journalist habe ich die Aufgabe, die mir gestellt wurde, sauber zu lösen. Soll ich Informationen, die für uns hier neu sind, geben oder soll ich kommentieren. Vielleicht liegt diese Arbeitsweise der heutigen "im Geschäft" tätigen Journalisten daran, viele Informationen zu liefern, ich kann also nicht mehr sauber recherchieren, sondern schreibe lieber ab, was ich in anderen Artikeln finde und was meiner Meinung entspricht. Über andere Beweggründe will ich gar nicht nachdenken. 

 

"Wofür die Partei steht, ist nicht immer leicht zu sagen: Eher linke Positionen, wie das bedingungslose Grundeinkommen und der Einsatz für die Energiewende, vermischen sich mit einer Anti-Europa-Haltung und einer harten Hand in der Migrationspolitik."

 

Sie werden hier auch einen Artikel finden, in dem der Bewegung eine eher rechte Haltung zugeschrieben wird. Und was ist nun richtig? Womit die Presse hier zu punkten versucht, ist die Anti-Europa-Haltung und die harte Hand in der Migrationspolitik. 

 

Die Anti-Europa-Haltung beschleicht mich auch zuweilen. Ich als Bürger fühle mich nicht wohl, wenn Frau Merkel, die riesigen Chancen von TTIP für deutsche Unternehmen nennt. Unsere Produkte sind auf dem Weltmarkt gefragt, das steht auch für mich fest. Sicher wird der Abbau von Handelsschranken uns mehr verkaufen lassen. Wer aber ist denn "uns"? 

 

Es werden Arbeitsplätze geschaffen. Wo? Zumeist in der produzierenden Industrie. Wie werden diese Arbeitsplätze aussehen? Job-Garantie? Fairer Lohn oder Billiglohn über Minijobs? Welche Tendenz zeigte sich da in den letzten Jahren? Welcher Normalverdiener hier verdient real gesehen mehr als in den 80er Jahren?

 

Eine harte Hand in der Migrationspolitik wird der Bewegung im Artikel vorgeworfen? Nach Italien kommen Migranten übers Meer. Und die Küsten sind offen. Und allen wird geholfen. Hier wird berichtet, dass diese Flüchtlinge unter schlechten Bedingungen dort hausen müssen. In Italien hausen noch immer Erdbebenopfer in Hütten oder Zelten, die Neuankömmlinge werden gerne in Hotels untergebracht. Ja, schäbigen Hotels und die Besitzer reiben sich die Hände, denn ihre Unterkünfte sind voll ausgelastet, sie bekommen gutes Geld für ihre Gäste. Viele dieser Gäste sind jung und sind nach Europa übers Meer gekommen, weil es uns Europäern so gut geht. Das wollen sie auch. Ihre schäbigen Unterkünfte entsprechen nicht ihrer Vorstellung, also protestieren sie lauthals dagegen. Italiener, denen es viel schlechter geht, die beispielsweise im Auto leben, weil sie ihren Job verloren haben, schütteln den Kopf und verstehen ihren Staat nicht mehr. So werden sie wütend. 

 

"Wofür sie konkret stehen, bleibt aber oft diffus." Dies ist in meinen Augen einfach falsch. Wer recherchiert ... nicht nur in den offiziellen Medien - , der erkennt ganz klar, was die Beweggründe dieser Bewegung sind: Ein Land, das so korrupt scheint, braucht Menschen, die für "Onestà" kämpfen, also für Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Transparenz. Die Bürger wollen wissen, welche Gesetzesvorlagen eingebracht werden und wollen die Sprache in diesen Gesetzesvorlagen verstehen. Sie wollen, dass Skandale und Betrügereien, die ihnen Geld rauben, aufgedeckt werden. Denn es sind ja die normalen Bürger, die in Italien viel Geld an den Staat zahlen müssen, mehr als sie oftmals können und deshalb verzweifeln.

 

Ich denke, das wichtigste Anliegen der Bewegung kann jeder Journalist verstehen, der die italienischen Verhältnisse kennt. Unsere Journalisten, die aus Rom berichten, sind Profis. Sie verdienen ihr Geld damit. Sind sie nicht zu einer Journalisten-Ethik verpflichtet, wenn Sie ihr Fach beherrschen wollen? Oder werden sie dafür bezahlt, dass sie Meinung machen? Die Meinung, die "unserem Staat" nicht schadet?

 

Ja, es geht uns gut, sagt Frau Kanzlerin. Geht es uns wirklich gut?

 

Ein Vorschlag: Wenn Sie Journalist werden wollen, dann hier eine Aufgabe: Ersetzen Sie bitte alles, was eine Meinung ausdrückt, durch neutrale und informative Wörter und Sätze.

 

Lesen sie hier weiter, wenn Sie an weiteren Beiträgen unserer Medienleute interessiert sind.

 

 

Umfrage Italien: Fünf-Sterne-Bewegung ist die stärkste Partei 20.06.2016

 

Interessant für mich: Die Wirtschafts-Nachrichten scheint das objektivste Medium zu sein.

 

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/07/08/umfrage-italien-fuenf-sterne-bewegung-ist-staerkste-partei/

 

Morgen oder übermorgen mehr dazu.

 

Sieg der Populisten – Die 5-Sterne-Bewegung macht ernst

https://diefreiheitsliebe.de/politik/sieg-der-populisten-die-5-sterne-bewegung-macht-ernst/

 

 

Empfehlenswerter Artikel, auch wenn die Überschrift den unvoreingenommenen Leser die Partei (Populisten)  in einem bestimmten Lager einordnen lässt. Das eine kleine Kritik meinerseits, denn ansonsten ist das ein recht objektiv geschriebener Beitrag in der Internetzeitung "die freiheitsliebe. Zum Beispiel wird darauf hingewiesen, dass nicht Beppe Grillo alleine die Bewegung gründete. Empfehlenswert.

 

"Grillos M5S will wohl nicht zurück in den Faschismus, ihre Vorstellungen von Demokratien erscheinen aber dennoch gefährlich." Ja, ich teile diese Meinung: Die Bewegung ist gefährlich, aber weniger für die Demokratie, die ja den Bürger mehr beteiligen will, sondern für die bestehenden Parteien. Noch vor kurzem schwieg man sich darum in den offiziellen Medien über die Bewegung aus, heute wird sie dort diffamiert. 

 

Und warum schweigen unsere Zeitungen, unser Fernsehen hier oder schreiben einfach nur von den italienischen Medien ab?

 

Im Kommentar zu diesem Artikel liefert die Leserin Maria von Finnentrop einen feinen Beitrag. Allerdings täuscht sie sich in einem Punkt: Der Müll ist, auch wenn wir es hier anders hören, tatsächlich geringer geworden.

 

 

 

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