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Nein zur Bewerbung für die Olympischen Spiele

September 23, 2016

 

Wer Italienisch versteht, sollte hier zuhören. Ich übersetze aber auch.

 

Raggis Gegner bei den Wahlen brachten als Wahlargument die Ausrichtung der Olympischen Spiele in Rom 2024 ein. Denn Raggi war dagegen. Sie dachten eingedenk des Kolosseums und seinem Wert zu seiner Zeit, das brächte ihnen Punkte, da Römer Spiele lieben. Wagenrennen und Gladiatoren einst, heute den Fußball. Gebt dem Volk Spiele, dann ist das Volk zufrieden und fragt nicht weiter. Doch die alten Mächte täuschten sich. Die meisten Bürger lassen sich nicht mehr für dumm verkaufen, denn die meisten kämpfen jeden Tag ums Überleben ... oder darum, einen gewissen Wohlstand zu erhalten.  Und das fällt gerade im ewigen Rom sehr schwer. 

 

Wer Italienisch versteht, schaue sich den Link an, wer das nicht kann, kann meine Übersetzung eines Kommentars zu Raggis Erklärung lesen und versteht dann besser, was Volkes Stimme ist.

 

https://www.facebook.com/virginia.raggi.m5sroma/photos/a.470151043167350.1073741827.469144566601331/649563018559484/?type=3&theater

 

 

"Es wären unverantwortliche Menschen, die Rom als Kandidaten für die Olympischen Spiele 2024 nominierten. Grundstücks- und Bauspekulation, gute Geschäfte für all die daran beteiligten Lobbyisten, Anlagen, die niemals fertiggestellt sind, Anlagen, die verrotten würden, Schulden und Opfer für die Bürger. Wir sind gegen diese Kandidatur, denn wir wollen die Zukunft der Römer und der Italiener nicht zum x-ten Mal für ein Versprechen derer verschulden, die bisher noch nie ihr Wort gehalten haben. Dies ist kein Nein zu den olympischen Spielen, sondern zur Spekulation auf dem Rücken der Bürger.

 

Der Druck der Medien ist unermesslich groß. Und ich glaube, er endet auch nicht mit heute. Aber wir haben die Bürger hinter uns. Und genauer noch: Wir sind die Bürger. Man frage die Bürger der Stadt, ob sie zufrieden sind mit dem, was die letzten Schwimmweltmeisterschaften hinterlassen haben. Wir haben vor Augen, was uns die letzten "Großereignisse", die  dem Land einen Aufschwung geben sollten, hinterlassen haben: nicht fertiggestellte Baustellen der Schwimmweltmeisterschaften 2009, die aufgegebene Infrastruktur der Winterspiele von Turin 2006, der Misserfolg der Expo Mailand 2015, der Flop der Mittelmeerspiele von Pescara 2009; der unvollendete Wiederaufbau von Aquila nach dem Erdbeben; der in Form gegossene Beton auf der Insel La Maddalena auf Sardinien, wo 2009 Italien die G8-Runde beherbergen wollte. Und all die Milliarden von Euro an Schulden, die die Italiener weiterhin abbezahlen, wobei irgendwer sich auf ihre Kosten bereichtert hat. Es erscheint unvorstellbar, aber bald haben wir die Zinsen für die Fußballweltmeisterschaft 1990 abbezahlt. 

 
Wir wurden gebeten, eine "olympische Waffenruhe" zu respektieren. Das haben wir eingehalten: für all unsere italienischen Athleten. Wir haben den Provokationen und dem Druck während dieser Monate widerstanden.

Da gab es dann die Fundamentalisten der "Olympischen Spiele der Ziegelsteine", die - ganz anders - weder die "Waffenruhe" respektierten noch die italienischen Sportler der Paraolympischen Spiele. Wir möchten Athleten nicht nur für 30 Tage willkommen heißen, vielmehr wollen wir eine Stadt mit Sportanlagen erschaffen, die Sportler jeden Tag ein Willkommen bietet.

Wir haben das Dossier Olympische Spiele sehr genau gelesen. Wir haben gesehen, was mit Athen 2004 geschehen ist: ein wunderbarer Traum, der sich für die Griechen in einen Albtraum verwandelte, von denen in die Knie gezwungen, die ihnen Träume gaben. Und London 2012 erging es nicht besser: Mehrausgaben von 76%. Noch schlimmer in Sidney 2000: Mehrkosten von 90%. Und von Atlanta 1996 sollte man gar nicht sprechen: 151% Mehrkosten. Und zu guter Letzt Montreal, dort gipfelten die Mehrkosten bei 720% bezüglich der veranschlagten Kosten. Das sagen nicht wir hier, sondern eine Studie der Universität Oxford. Noch fehlen die Daten von Rio 2016: Die Bilder von den Straßenprotesten gaben eine Vorstellung davon, was die Brasilianer davon hielten. Heute sagt man uns, dass wir darauf verzichten, Hunderttausende Arbeitsplätze zu schaffen. Aber dieses Versprechen gab es schon für die Expo Mailand 2015 und für viele andere "Ereignisse". Wir glauben das ihnen nicht mehr. Eher lesen wir in ihrer Präsentation zur Kandidatur, es werden kaum an die 10 000 Arbeitsplätze jedes Jahr - und nur zeitlich befristet - geschaffen und nicht 177 Tausend, wie man versuchte uns glauben zu machen.

 

Die Organisation einer Großveranstaltung - wie die der Spiele - will uns als ein sehr einträgliches Geschäft für all die Lobbyisten scheinen. Wir widersetzen uns einer Logik des Notfalls und dem Rückgriff auf die Außergewöhnlichkeit der Öffentlichen Verwaltung. Rom und Italien brauchen ein ganz normales aber gutes Management: ohne Verschwendung, ohne Gefälligkeiten für Freunde, ohne Privilegien für die verschiedenen Kasten. Wir wollen für Rom ein viel ehrgeizigeres  Projekt als das zur Ausrichtung der Olympischen Spiele 2004 präsentierte umsetzen, nämlich die Rückgabe der Stadt an die Römer und die Italiener. Wir wollen die städtischen Betriebe wieder leistungsfähig machen, wollen die bereits bestehende Infrastruktur optimieren und eine nachhaltige Zukunft gestalten, in der niemand zurückgelassen wird. 


Fragt einen Römer, was er vom Desaster der Schwimmweltmeisterschaft 2009 hält. Fragt einen Behinderten, der jeden Tag architektonische Barrieren überwinden muss. Fragt irgendjemanden, der seine Kinder in Schulen schickt, die keine Turnhalle haben oder - noch schlimmer - deren Sportanlagen zerbröckeln. Ist es besser eine weitere Kathedrale in der Wüste zu haben oder Investionen zu tätigen, die darauf abzielen, den Alltag jedes Einzelnenen zu verbessern?


Wir sind keine Verrückten, sondern ganz normale Personen, sind Bürger. Diese Sichtweise und Bewertung haben bereits die Einwohner von Boston, Hamburg, Madrid gezeigt: Sie haben auf die Kandidatur verzichtet, weil sie andere Prioritäten haben. Unsere Prioritäten betreffen die Bürger von Rom und die Italiener. Deshalb setzen wir uns weiterhin engagiert dafür ein, Rom wieder zu einer Stadt mit einem Lebensstandard auf dem Niveau der wichtigsten Großstädte Europas werden zu lassen. Wir werden die kommunalen Sportstätten nach neuen Kriterien verwalten, wobei wir Bezahlmodelle für die Nutzung schaffen wollen, die sie leichter zugänglich machen. Und wir werden auch versuchen, die Fehler der anderen wiedergutzumachen: Wir wollen die verfallenen oder unvollendeten Baustellen der Città dello Sport in ein "Segel des Wissens verwandeln - dank einer Übereinkunft mit der Universität von Tor Vergata, die wir gerade am unterzeichnen sind."

 

Und Ihre Meinung dazu?

 

Das ist die Begründung für die Absage an die Bewerbung für die Olympischen Spiele. Hier bei uns wurden die Absagen Hamburgs und Garmisch-Patenkirchen ohne großen Protest und mediale Aufregung hingenommen. In Rom wurde Frau Raggi dafür angegriffen, die öffentlichen Medien versuchten damit Stimmung gegen sie zu machen. 

 

Und welcher Meinung hinsichtlich der Aufregung über die Absage der Bewerbung Roms für die olympischen Spiele?

 

Hier ein Link, der einen Einblick gibt, wie es um die Sportstätten Roms aussieht.

 

http://www.bauwelt.de/themen/betrifft/Citta-dello-Sport-2159057.html

 

 


 

 

 

 

 

 

 

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