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Tag 6 vor dem Referendum

November 29, 2016

Jetzt berichtet unsere Presse doch recht aufgeregt vom bevorstehenden Referendum. Heute hier ein kurzer Kommentar zu zwei Beiträgen: einmal von der taz, bekanntermaßen bei uns Links eingeordnet, zum anderen ein Video von der WELT, bekanntermaßen Rechts angesiedelt. 

 

Interessant: In beiden Beiträgen wird die wirtschaftlich Situation in Italien recht drastisch dargestellt, also tatsächlich so wie sie ist. Interessant aber auch: Rückschlüsse auf das Verhalten der Italiener, die davon im Alltag betroffen sind, werden nicht gezogen. Dabei kann das recht gut verständlich machen, warum viele in Italien einen radikalen Wandel wollen. 

 

Und das Referendum mutiert eigentlich zur Nebensache, der Italexit und eine neue Regierung stehen im Mittelpunkt der Überlegungen hier. 

 

Stresstest für die EU

 

Italien solle leichter zu regieren sein. Aber die anstehende Abstimmung schüre die Ängste vor einer Abwärtsspirale – nicht nur ökonomisch. So leitet der Korrespondent der taz seinen Artikel ein, womit er den Inhalt des Referendums skizziert. Renzi kommt gar nicht gut dort weg, der umstrittene Inhalt des Referendum wird allerdings recht oberflächlich abgetan. Schade.

 

Aber lesenswert. Vor allem wird nicht vom Clown oder Kabarettisten Grillo geredet, sondern von Beppe Grillo. Das finde ich durchaus einen Fortschritt in der Berichterstattung der taz.  

 

Die Sorge der Finanzmärkte um die politische Stabilität und ihre Angst vor Beppe Grillo werden angesprochen. Renzis Niederlage bei der Abstimmung brächte Grillos Protestbewegung der Fünf Sterne kräftigen Aufwind. Schon jetzt liegen die „Grillini“, , so der Korrespondent, "die mit einem Austritt Italiens aus dem Euro kokettieren, in Umfragen bei 30 Prozent – mit besten Chancen, nach einem Scheitern Renzis zur stärksten Partei Italiens aufzusteigen."

 

Der Link:

 

http://www.taz.de/Verfassungsreferendum-in-Italien/!5361005/

 

 

 

 

Und hier denkt die "WELT" nach.

 

 

Jaja, es geht um das Wohlergehen der EU - also der wirtschaftlichen Einheit Europas ... die bringt vor allem uns hier in Deutschland tolle Vorteile. Allerdings sind mit "wir" unsere großen Unternehmen gemeint, nicht wirklich wir. 

 

Und welche Italiener horten ihr Geld in der Schweiz? Die normale Italienierin trägt gerne Gold, aber von dem trennt sie sich gar nicht gern. Außer - sie hat kein Geld mehr. Oder ihr Mann fährt schnell in die Schweiz, ohne ihr Wissen. Na ja, wenn er zurückkommt, muss er schon eine gute Geschichte kredenzen.

 

 

 

Eine feine Analyse über Wachstum und Stagnation in Italien. Schade jedoch, dass die Finanzexperten so wenig am Wohlergehen der Menschen interessiert scheinen. In seinen Äußerungen zeigt der Herr Experte Fachinteresse, aber über Wähler und Parteien deucht mir, macht er sich keine Gedanken. Liege ich falsch damit? 

 

Hören Sie aber selbst.

 

https://www.welt.de/wirtschaft/video159829611/Bei-Neuwahlen-wuerden-populistische-Kraefte-uebernehmen.html

 

35.000 Euro würde uns ein Italexit hier kosten, also jede Bundesbürgerin, jeden Bundesbürger. Geile - Entschuldigung - Zahlen. Diese Italiener! Dann zahlen wir also auch für die noch. 

 

Das soll aber nicht untergehen, denn etwas Lobenswertes sagt Herr ... ja auch: Nutznieser, Nutznießer sind wir Deutschen in der EU und im Prozess der Globalisierung, unserer Wirtschaft geht es ausgezeichnet. 

 

Das stimmt. Aber ist Herr Müller bei den Verkehrsbetrieben X, der den Bus für die Bürger fährt Nutznießer davon? Geht es ihm gut? Oder sagt er sich einfach: Es geht mir gut, verglichen mit den anderen Busfahrern der öffentlichen Betriebe in Europas Städten?

 

Genug für heute. Uns geht es gut, so heißt es, schade, dass wir erst in die Lage der Italiener kommen müssen, bevor solch einen Unsinn nicht mehr sagen. Schade.

 

 

 

 

 

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