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Vierter Tag vor dem Referendum

December 1, 2016

Heute wenig Zeit nachzuforschen, wo berichtet wurde hier von uns. Einen Beitrag in den Tagesthemen der ARD fand ich aber doch schnell. 

 

https://www.tagesschau.de/multimedia/livestreams/

 

Darüber entdeckte ich Richard Schneiders Beiträge zu Italien. Lesenswert, weil da der Versuch ist, die Italiener zu verstehen. 

 

https://www.tagesschau.de/videoblog/wo_europa_begann/italien-referendum-109.html

 

Ansonsten noch zu sagen: Ich bin freudig gespannt. Frau Merkel wird nicht freudig gespannt sein, egal wie das Referendum ausgeht. Denn sollte Renzi - wider aller Erwarten - sein Ja bekommen, muss sie wohl Oberbuchhalter Schäuble in seine Grenzen weisen. Renzi verlangt viel Zugeständnisse, um Italien im Verbund zu halten. Das wird Herrn Schäuble nicht gefallen. Herr Junkers wird zwei Glas Wein mehr trinken müssen, dann nicken. 

 

Es wird spannend am Sonntag. Sehr spannend. Am Sonntag spielt auch Roma gegen Lazio, das Classico in Italien. Roma ist Zweiter, Lazio Dritter. Ob da die Fans der Clubs zum Wählen gehen? Vieles wird also spannend sein. 

 

Deshalb genug und dieses Thema von Herrn Schneider, Berichter Italien für die ARD. "Wo Europa begann" ist meine Hoffnung auf eine ganz andere Politik. Italien, Italienerinnen und Italiener können uns viel lehren. Zum Beispiel wie billig und unbedacht das Wort "Populismus" verwendet wird und wie positiv Populismus, verstanden im ganz ursprünglichen Wort verstanden werden kann. Und wenn man sich damit auseinandersetzt, kann man leicht erkennen, dass die Bewegung-Fünf-Sterne, die ja hier als populistisch angeprangert wird, etwas ganz anderes ist als unsere AfD. Wer journalistisch informiert ist, weiß, dass diese Bewegung überhaupt nicht den Rechten zuzuordnen ist. Eher den Linken, den Kommunisten. Aber das passt auch nicht. Aber wie geht das? Irgendwohin müssen wir sie doch einordnen. Aber das geht nicht. Sie sind links, sie sind rechts (was auch nicht stimmt, die Rechten fühlen sich wohl in der Lega Nord.). Was vereint diese Bewegung dann aber? 

 

Sie sind unzufrieden, sie sind Verlierer, sagen die einen. Die haben. Die, die haben, werden immer weniger. Die, die nichts haben, werden immer mehr. Die sind offen für die Bewegung. Ist die Bewegung also eine Heimat für alle Verlierer? All die, die es nicht geschafft haben? 

 

Ja, denke ich. Aber diese Verlierer sind wunderbare Menschen. Zum Beispiel Kleinunternehmer, deren es viel mehr in Italien gab als hier bei uns. 

 

Der Nutznieser der EU-Wirtschaftsunion ist Deutschland ... und die Niederlande. Ja, es geht uns gut. Heute sagte mir ein Moskauer, dieses "wir" gebe es in Russland längst nicht mehr. Und ich dachte, warum sind wir hier so dumm. Denn wir denken wir und uns geht es gut. Dabei geht es uns gar nicht gut, sondern lediglich unserer Wirtschaft. Aber sind das wir?

 

Das Referendum naht. Wir werden eingeschworen, dass die Italiener die Bösen sind, wenn sie kein Ja ankreuzen. Und ich sage, was ich denke. Manche werden mich bei der AfD einordnen, doch das ist mir, Entschuldigung, Sche... egal. Ich freue mich, dass da in einem Land, dessen Geschichte wir doch in der Schule lernen mussten, etwas Wunderbares passiert. 

 

Sonntag also ... und keine Angst, sondern freut euch, sollte für das Nein gestimmt werden.

 

 

 

 

 

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