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In Italien droht eine Hängepartie

February 25, 2018

Frankfurter Rundschau

http://www.fr.de/politik/wahlen-in-italien-droht-eine-haengepartie-a-1450896

 

 

Ein sehr informativer Bericht aus Italien vor der Wahl, der viel verstehen lässt. Zum einen den Zwiespalt, in dem viele Italiener sind, zum anderen, wie die Wahlen funktionieren.

 

Doch es gibt Stellen, da schreibt Frau Kerner sehr subjektiv und damit ruiniert sie den guten Beitrag schon ein wenig. Sie berichtet nicht mehr, sondern macht Meinung. Hat sie im Studium nicht gelernt, Bericht und Kommentar zu unterscheiden?

 

So schreibt sie über eine Dame, die sie im Wartezimmer einer Arztpraxis kennenlernte und die Berlusconi wählen will, auch die Tatsache, dass Berlusconi inzwischen aussehe wie eine mumienhafte Karikatur, die Augen nach wiederholten Gesichtsstraffungen zu schrägen Schlitzen verengt, könne sie nicht abhalten, ihn zu wählen. Ist das sauberer Journalismus oder Vermittlung der eigenen Einstellung? Hier bekommt Frau Kerner keine gute Note für objektive Berichterstattung.

 

Eine gute Note bekommt sie dagegen für ihre Einleitung zum Thema "Fünf-Sterne-Bewegung. Sie nennt den Mitbegründer Beppe Grillo nicht, wie die meisten deutschen Journalisten, einen Komiker, sondern korrekt einen polternden Kabarettisten.

 

Eine gute Note dafür, doch  stellt sie dann den Kandidaten der Bewegung Fünf-Sterne für das Kanzleramt so vor: "... da ist der 31 Jahre alte Studienabbrecher Luigi di Maio für die Fünf-Sterne, der in Facebook-Posts häufiger den falschen Konjunktiv erwischt und den die Anti-System-Bewegung zum Regierungschef machen will."

 

Schade, da weiß Frau Kerner leider wieder nicht, was diese Aussage, die von einem Politiker der PD ins Spiel gebracht wurde, bewirkt. Und ein 31 Jahre alter Studienabbrecher ist doch wohl als Spitzenkandidat unmöglich, so denkt sicher mancher hier, der die Situation junger Leute in Italien und besonders Süditaliens nicht kennt und Di Maio noch nie reden gehört hat. Der falsche Gebrauch des Konjunktivs? Ist das etwas Ehrenrühriges? Auch die meisten von uns, gebildet, sogar Journalisten benutzen den Konjunktiv nicht oder falsch. Norbert Blüm würde sicher poltern auf solch eine Aussage hin.

Hier wird Frau Kerners Meinung bezüglich dieser Partei sehr sichtbar und das ist gar nicht gut geschrieben.

 

Würde Frau Kerner in ihrem Studium an einer Uni in einer Klausur mit dem Titel "Schreiben Sie einen Bericht über die Bewegung-Fünf-Sterne" ihren Bericht so verfassen, wie sie ihn hier in der Zeitung verfasste, würde ihre Note gewiss beträchtlich herabgesetzt werden oder gar mit Mangelhaft bedacht werden. Denn alles, was sie über die Fünf-Sterne-Bewegung, die "immerhin" einen Spitzenkandidaten ernannt hat,  schreibt ist sehr subjekt und nimmt den Leser für ihre Meinung ein - somit kein guter Journalismus.

 

Lesen Sie den Artikel trotzdem, denn er informiert umfassend, aber machen Sie sich bitte nicht die Meinung Frau Kerners zueigen.

 

 

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