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Noch zwei Tage - dann

March 2, 2018

 Endlich berichtet die deutsche Presse einmal wieder aus Italien. Der Grund ist offensichtlich - es wird am Sonntag gewählt.

In diesem Blog hier versuche ich die zumeist recht voreingenommene Berichterstattung unserer Journalisten zu objektivieren.

Leider kann ich aus Zeitgründen nicht alle Beiträge der letzten Tage auf ihre Objektivität hin abklopfen, doch auf einen Artikel, eine Kolumne von Jan ... , will ich doch kurz eingehen. Titel:

 

Mit den Clowns kommen die Schulden.

 

Eine Kolumne bezeichnet in der Presse einen kurzen Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform. Der Autor einer regelmäßig erscheinenden Kolumne wird Kolumnist genannt.

Der Kolumnist, auf dessen Kolumne ich kurz eingehen möchte, heißt Jan   und arbeitet für den SPIEGEL. 

 

Der Titel seines Beitrags gibt uns ein, dass in Italien lauter Clowns zur Wahl antreten. Das klingt wunderbar und bestätigt unsere Meinung von der italienischen Politik. Schön geschrieben, das findet Anklang.

 

Schade ist jedoch, dass Berlusconi wie Salvini gleichgesetzt werden mit Di Maio von der Bewegung-Fünf-Sterne. Genauer gesagt mit einer der Gründungsfiguren der Bewegung-Fünf-Sterne, nämlich Beppe Grillo. Ich frage mich, würde Herr Fleischhauer auch Oliver Welke oder Jan Böhmermann als Clowns titulieren?

 

Ebenso frage ich mich, ob der Autor jemals mit Italienern direkten Kontakt hatte? Sie auf der Straße befragt hat? Ich meine die Italiener, die keine festen Arbeitsverträge bekommen, die von der Hand in den Mund leben, die verzweifelt ums Überleben kämpfen. Deren Kinder ins Ausland gehen, weil sie keine Zukunft in Italien sehen?

 

Diese Menschen haben die Bewegung zur stärksten Partei Italiens gemacht und diese Menschen jagen der politischen Kaste - gleich ob rechts oder links - mächtige Angst ein. Drum hat diese Kaste alles daran gesetzt, dass sie das Land weiterhin regieren dürfen, sich  weiterhin nehmen können, was ihnen gefällt. 

 

Herr Fleischhauer ein Tipp für eine wunderbare Kolumne: Beschreiben Sie doch einmal das eigens gegen die Bewegung gerichtete neukreierte Wahlgesetz. Das spottet nämlich jedem demokratischen Grundgedanken und ist durchaus eine feine Kolumne wert.

 

Aber seien wir beruhigt, die Wahlen werden nichts an den Verhältnissen ändern, lesen Sie einfach meinen Beitrag hier: Abgekartetes Spiel, dann wissen Sie, wie diese Wahlen wahrscheinlich ausgehen.

 

Wahrscheinlich ... ich kenne die Stimmung in Italien ein wenig und ich hoffe noch immer, dass die Unentschlossenen sich für eine gerechtere Demokratie aussprechen, sprich also die Bewegung mehr als 40% der Stimmen bekommt. Utopisch? Vor allem den Umfragen nach? Nein, in Italien ist nichts unmöglich, lassen wir uns alle überraschen.

 

 

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